Einladung zum 2. Feuerlein-Symposium zur Versorgungsforschung in der Suchttherapie

Über Wilhelm Feuerlein und das feuerleinCTS

Wilhelm Feuerlein (1920–2015) hat sich als Arzt und Wissenschaftler für eine bedarfsorientierte, evidenzbasierte und nicht stigmatisierende Behandlung von Suchterkrankten eingesetzt. Als Gründungsmitglied und erster Präsident der Deutschen Gesellschaft für Suchtforschung und Suchttherapie (DG-Sucht) sowie als Mitglied der Psychiatrie-Enquete-Kommission des Deutschen Bundestags hat er maßgeblich an einer verbesserten Versorgung suchtkranker Menschen mitgewirkt. Im Jahr 2017 wurde das Feuerlein Centrum für Translationale Suchtmedizin (feuerleinCTS) gegründet, um diese Tradition der am Patientenbedarf orientierten und zugleich wissenschaftlich fundierten Forschung und Versorgung fortzuschreiben. Das feuerleinCTS ist eine Kooperation des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit in Mannheim und des Psychiatrischen Zentrums Nordbaden in Wiesloch. Mehr Informationen gibt es hier.

Das feuerleinCTS, die Deutschen Gesellschaft für Suchtforschung und Suchttherapie und die Deutschen Suchtstiftung laden ein

Am 17.10.2019 findet das zweite Feuerlein-Symposium zur Versorgungsforschung im Internationalen Wissenschaftsforum Heidelberg (IWH) statt. Mit Unterstützung der Deutschen Suchtstiftung wird sich das Feuerlein-Symposium dieses Jahr der Versorgungsforschung im suchtspezifischen Setting widmen. National und international hochangesehene Referenten sollen zur Diskussion und kritischen Reflektion der aktuellen Suchtkrankenversorgung anregen.

Informationen zum Programm, den Referenten und der Anmeldung können Sie im Flyer des Feuerlein-Symposiums einsehen. Weitere Informationen und ein Online-Link zur Anmeldung erhalten Sie auf der Homepage des feuerleinCTS .

Deutscher Suchtkongress 2019 in Mainz

Wie bereits in den vergangenen Jahren unterstützt die Deutsche Suchtstiftung auch in diesem Jahr den Deutschen Suchtkongress mit finanziellen Mitteln. Der diesjährige – und zwölfte – Kongress wird federführend von der Deutschen Gesellschaft für Suchtpsychologie (dg sps) organisiert und findet vom 16.09. bis 18.09.2019 in Mainz am Rhein stattfindet. ExpertInnen aus den Bereichen Psychologie, Medizin, Sozialtherapie, Gesellschaftswissenschaften, Pädagogik, Sozialpädagogik und Erziehungswissenschaften tauschen sich zu Grundlagenforschung, Behandlung und Prävention von Suchterkrankungen aus und diskutieren die neusten Trends.

Fortbildung zum Thema „Diamorphin-Substitution“

Eine Substitutionstherapie bei opioidabhängigen Personen erfolgt mit gesetzes- und richtlinienkonform zu verordnenden Medikamenten. Dabei besteht das Ziel darin, in absehbarer Zeit eine Substanzfreiheit zu erreichen. Alternativ kann auch eine Schadensminimierung angestreben werden und dauerhaft substituiert werden. So kann der Gesundheitszustand und die soziale Situation der Betroffenen deutlich verbessert werden. Wenn die Substition mit Ersatzstoffen wie Methadon, Polamidon oder Subutex nicht erfolgreich ist, kann beispielsweise eine Behandlung mit Diamorphin in Deutschland ebenfalls möglich sein.
Am 06. September 2019 fand zu diesem Thema einer Fortbildung an der Medizinischen Hochschule Hannover statt, welche unter anderem von der Deutschen Suchtstiftung, begleitet durch Prof. Stefan Bleich, unterstützt wurde.

Schmerzmittel-Sucht: Ein Kommentar zum Opioidkonsum in Deutschland

Insbesondere in den USA wird derzeit die Thematik einer Opioid-Krise diskutiert. Auch spielt bei den weit verbreiteten Schmerzmitteln die Verantwortlichkeit der Pharmakonzerne eine Rolle. Dies stelle die Süddeutsche Zeitung am 27. August 2019 im Rahmen des Artikels Strafe für die Dealer dar. Prof. Jens Reimer gab dabei eine Einschätzung zur Opioid-Situation in Deutschland ab.

Absolut nüchtern oder relativ trocken? Literatur und Suchtforschung

Das Forschungsmagazin ABSOLUT & RELATIV der Universität Heidelberg betrachtet die Wissenschaft gerne aus verschiedensten Perspektiven. Relevante Fragen der Menschheit zu beantworten, Antworten zu suchen (und zu finden) – eine Aufgabe an die WissenschaftlerInnen der Universität und eine Einladung auch an Sie:
In der aktuellen Ausgabe finden Sie in Kapitel IV einen Beitrag von Prof. Dr. Tobias Bulang und einem der Vorstände der Deutschen Suchtstiftung, Prof. Dr. Falk Kiefer. An der Schnittstelle von Literatur und Suchtforschung wird dabei die absolute Abstinenz einer relativ geringen Trinkmenge gegenüber gestellt und vor dem Hintergrund frühneuzeitlicher Literatur diskutiert. Den Beitrag „Von Sucht und Teufel – Absolut nüchtern oder relativ trocken?“ können Sie hier einsehen.

Interview der ZEITonline mit Prof. Reimer zu Drogenkonsum in der Familie

Im Rahmen der Serie „Global Drug Survey“ berichtet ZEITonline über die Drogenumfrage 2019. Am 22. Juni 2019 fand hierzu ein Interview mit Prof. Jens Reimer statt, in welchem der Suchtforscher und ärztliche Psychotherapeut über den Umgang mit Drogenkonsum innerhalb einer Familie spricht. Der Artikel mit dem Titel „Akzeptieren Sie die Meinung Ihres Kindes“ kann auf der Homepage der ZEITonline nachgelesen werden.

Evaluation und Überarbeitung der Leitlinien in der Suchtbehandlung

Medizinische Leitlinien, welche auch für die Behandlung von Suchterkrankungen vorliegen, sind Handlungsempfehlungen, die wissenschaftlich fundiert und gleichzeitig praxisnah sind. Derzeit startet, auch unter Mitarbeit der Vorstände der Deutschen Suchtstiftung, die Evaluation einiger aktueller S-3 Leitlinien sowie deren Überarbeitung. Die Leitlinien zu ‚Screening, Diagnose und Behandlungen alkoholbezogener Störungen‘ sowie ‚Screening, Diagnostik und Behandlung des schädlichen und abhängigen Tabakkonsums‘ stehen dabei im Fokus. Die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) bietet dabei die Basis für diesen Prozess. Im System der AWMF entspricht die Entwicklungsstufe ‚S3‘ der höchsten methodischen Qualität.

Jahresrückblick 2018

Da sich das Jahr 2018 nun langsam dem Ende entgegen neigt, wird es Zeit für ein Résumé der Aktivitäten der Deutschen Suchtstiftung.

In verschiedenen Vorträgen seitens der Vorstände der Deutschen Suchtstiftung konnte sowohl dem Fachpublikum als auch jeder/-m Interessierten die Thematik der Suchterkrankungen näher gebracht werden.
Die Deutsche Suchtstiftung unterstütze auch in diesem Jahr den Deutschen Suchtkongress, welcher unter dem Motto ‚Sucht interdisziplinär‘ vom 17. bis 19. September in Hamburg stattfand. In diesem Zusammenhang wurde auch gemeinsam mit der Oberberg Stiftung Matthias Gottschaldt und der Deutschen Gesellschaft für Suchtforschung und Suchttherapie e.V. der Wilhelm-Feuerlein Forschungspreis verliehen. Die mit je 4.000 Euro dotierten Preise gingen dieses Jahr an Frau Dr. rer. medic. Maria Sekutowicz, M.Sc. und Herr PD Dr. rer. med. habil. Dr. phil. Dipl.-Psych. Severin Haug für ihre herausragenden Arbeiten in der Grundlagenforschung (Sekutowicz) und klinischen Forschung (Haug).
Am 18. Oktober fand das erste Feuerlein-Symposium statt, welches gemeinsam mit dem feuerleinCTS und der Deutschen Gesellschaft für Suchtforschung und Suchttherapie e.V. in Heidelberg ausgerichtet wurde. In zahlreichen Diskussionen und Vorträgen standen dabei Versorgungslage, Prävention und Behandlung von Suchterkrankungen im Mittelpunkt.
Als Besonderheit im Jahr 2018 ist die Vortragsreihe ‚Abhängig! Von neuen und alten Süchten‘ zu nennen. Gemeinsam mit dem Deutsch-Amerikanischen Institut Heidelberg konnten wir vier spannende Veranstaltungen im Rahmen des International Science Festivals organisieren. In Diskussionen, Vorträgen und einer Lesung wurde die Thematik aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet: Psychedelika in der Depressionstherapie, eine Diskussion zwischen und mit Experten der Suchtforschung zu stoffungebundenen Abhängigkeiten, sowie zwei literarische Beiträge zu den Themen ‚Drogen im Dritten Reich‘ und ‚Die berauschte Gesellschaft‘ in Anwesenheit der Autoren.

Die Deutsche Suchtstiftung bedankt sich bei allen Unterstützern für das Interesse an unserer Arbeit und die gelungenen Kooperationen. Wir planen auch für das kommende Jahr weitere Vorträge, Veranstaltungen und Projekte. Wie gewohnt setzen wir Sie dabei rechtzeitig über unsere Homepage in Kenntnis. Wir laden Sie daher gerne ein, ab und an bei uns vorbei zu schauen, um spannende Neuigkeiten und Aktivitäten zu entdecken.