Die Deutsche Suchtstiftung trauert um ihren Vorstand Prof. Dr. Stefan Bleich
Mit großer Bestürzung und tiefer Trauer haben wir vom plötzlichen Tod unseres Vorstandskollegen Professor Dr. med. Stefan Bleich erfahren, der am 24. Februar 2026 im Alter von 57 Jahren verstorben ist. Seit vielen Jahren prägte er als Mitglied des Vorstands der Deutschen Suchtstiftung die inhaltliche Ausrichtung unserer Arbeit und brachte seine fachliche Kompetenz ebenso ein wie seine menschliche Zugewandtheit.
Stefan Bleich hat die Klinik für Psychiatrie, Sozialpsychiatrie und Psychotherapie der Medizinischen Hochschule Hannover seit 2008 mit großem Engagement geleitet und sie zu einem wichtigen Zentrum der Suchterkrankungsforschung entwickelt. Sein wissenschaftliches Interesse galt insbesondere den Substanzabhängigkeiten, der Psychopharmakologie und den neurobiologischen und sozialen Grundlagen psychiatrischer Erkrankungen, mit denen er die Suchtforschung in Deutschland nachhaltig bereichert hat.
Wer mit ihm zusammenarbeiten durfte, erlebte einen unendlich kollegialen und verlässlichen Partner, der jungen Menschen in Klinik und Wissenschaft Türen öffnete und sie zu eigenständigem Denken ermutigte.
Mit Stefan Bleich verliert die Deutsche Suchtstiftung ihren Mitgründer und Mitstreiter, der die Verbesserung der Versorgung suchtkranker Menschen, die Förderung der Forschung und die Entstigmatisierung von Suchterkrankungen stets in den Mittelpunkt stellte. Seine Ideen und seine Haltung werden unsere Arbeit auch in Zukunft leiten; in unseren Projekten, in der Stiftung und in der Fachgemeinschaft wird sein Wirken fortleben.
Unser tief empfundenes Mitgefühl gilt seiner Frau, seinen Kindern, seiner Familie und allen, die ihm nahe standen. Wir werden Stefan Bleich als warmherzigen Menschen, exzellenten Arzt und Wissenschaftler und als guten Freund in dankbarer Erinnerung behalten.
Im Namen der Deutschen Suchtstiftung
Die Vorstände, Prof. Dr. Falk Kiefer und Prof. Dr. Jens Reimer

Suchterkrankungen sind chronische Erkrankungen und in ihrer Entstehung und ihrem Verlauf vielschichtig. Für die Prävention und Therapie von Suchterkrankungen gibt es keine einfachen Lösungen. Individualisierte Ansätze der Suchttherapie sind wirksam, müssen allerdings die Betroffenen erreichen. Aktuell hat der größte Teil der abhängigen Patienten keinen Kontakt zum Suchthilfesystem.
Die Deutsche Suchtstiftung unterstützt Initiativen, die zur Entstigmatisierung von Suchterkrankungen beitragen. Scham, Unwissenheit sowie Verleugnung sollen nicht daran hindern, eine wirksame Behandlung in Anspruch zu nehmen. Wir fördern innovative und wirksame Therapiekonzepte. Wir unterstützen die Suchtforschung, z.B. durch Verleihung des Wilhelm-Feuerlein-Suchtforschungspreises.
Wir setzen uns für Netzwerke in der Suchttherapie unter Einbeziehung der Betroffenen und Fachverbände ein.

